Unabhängiger, kritischer Journalismus ist unverzichtbar, damit Gesundheit und Medizin alltäglich sein kann, für alle Menschen, auch ohne Medizinbildung. In einer Welt überfüllt mit ungefilterten Informationen benötigen wir fundiert erklärte Inhalte, die einordnen und Orientierung bieten – jenseits von Skandalisierung, Clickbait und vereinfachenden Schlagzeilen.
Seit 35 Jahren berichten wir bei unserem fachmedizinischen DIATRA-Verlag über Gesundheit und Medizin. Unsere Arbeit beginnt dort, wo einfache Antworten nicht ausreichen. Wir nehmen uns Zeit, hören zu, erklären Zusammenhänge und machen unterschiedliche Perspektiven sichtbar. Wir berichten über das, was relevant ist – auch dann, wenn es unbequem ist.
Doch wussten wir in den letzten Jahren nicht, wie lange wir unsere Arbeit nur zu zweit fortführen können und waren Ende 2025 am Ende unserer Möglichkeiten angelangt. Die Schließung des gemeinnützigen DIATRA-Verlags als Konsequenz drohte zeitnah einzutreten.
In den vergangenen Monaten haben uns viele solidarische Stimmen erreicht – von Patient:innen und Angehörigen, von Ärzt:innen, Pflegenden, aus der Selbsthilfe, aus Institutionen und von langjährigen Wegbegleiter:innen. Sie erzählen von ihren Erfahrungen, Erinnerungen und Erwartungen und was fehlen würde, wenn unsere Stimme aus der Öffentlichkeit verschwinden würde. Diese Rückmeldungen haben uns berührt – und sie machen deutlich, wie viel Verantwortung mit unserer Arbeit verbunden ist.
Dass wir jetzt doch dank einer Förderung weiterarbeiten können, ist für uns mehr als eine finanzielle Grundlage. Es ist ein Zeichen der Wertschätzung und des Vertrauens in unsere Arbeit. Sie gibt uns den nötigen Spielraum, weiterhin Themen sorgfältig zu recherchieren, langfristig zu verfolgen und einzuordnen. Unabhängigkeit entsteht nicht von selbst – sie braucht Vertrauen und verlässliche Rahmenbedingungen.
Kritisch ordnen wir medizinische Entwicklungen ein, erklären Forschungsergebnisse und zeigen auf, wie gesundheitspolitische Entscheidungen den Alltag von Betroffenen beeinflussen. Um Betroffenen, Experten und Politiker:innen komplexe Inhalte verständlich zu machen und Orientierung zu ermöglichen. Damit sie medizinische und gesundheitspolitische Zusammenhänge nachvollziehen und gemeinsam fundierte Entscheidungen treffen können – für jede und jeden Einzelnen und für die Gesellschaft.
Wir danken allen, die uns in dieser Zeit unterstützt, ermutigt und begleitet haben – mit Euren Worten, Eurem Engagement und Eurem Vertrauen. Diese Unterstützung verpflichtet. Sie ist Ansporn, weiterzumachen, dranzubleiben und auch künftig Fragen zu stellen, die gestellt werden müssen.
Damit wir weiter berichten, erklären und einordnen können – gemeinsam mit allen, die sich eine unabhängige, verlässliche Stimme in der Gesundheitsberichterstattung wünschen, und für alle, die auf fundierte Informationen angewiesen sind.
DIATRA bleibt. Für Euch.