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Organspende

DSO und Hessen zeichnen Uni-Medizin Frankfurt aus

Vorbildliches Engagement für die Organspende

DSO

13. Aug. 2026 · 6 Min. Lesezeit

Die Universitätsmedizin Frankfurt ist für ihr vorbildliches Engagement in der Organspende ausgezeichnet worden. Dank klarer Abläufe und geschulter Transplantationsbeauftragter erzielte sie 2024 und 2025 die höchsten Spendezahlen unter den Universitätskliniken der DSO-Region Mitte. Das Frankfurter Konzept gilt als Vorbild für andere Kliniken.
Im Rahmen einer Festveranstaltung ehrte Staatssekretär Prof. Dr. Christian Raible heute gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) die Universitätsmedizin Frankfurt für ihren herausragenden Einsatz für die Organspende. Das Krankenhaus erzielte in den Jahren 2024 und 2025 die höchsten Organspendezahlen unter den Universitätskliniken der DSO-Region Mitte. Grundlage dafür sind eine hohe Expertise und ein fest etabliertes Ablaufkonzept.
An der Universitätsmedizin Frankfurt sind die Abläufe für den Fall einer möglichen Organspende bis ins Detail festgelegt und werden mit größter Sorgfalt und Expertise umgesetzt. Dieses konsequente Vorgehen hat in der Klinik in den Jahren 2024 und 2025 zu einer deutlichen Steigerung der Organspendezahlen geführt. Für ihren Einsatz wurden die Mitarbeitenden heute im Rahmen einer Festveranstaltung von Staatssekretär Prof. Dr. Christian Raible, Hessisches Ministerium für Familien, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, gemeinsam mit PD Dr. Ana Paula Barreiros, Geschäftsführende Ärztin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in der Region Mitte, ausgezeichnet. Die Region Mitte umfasst die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Landesweite Spitzenposition bei Organspendezahlen

Im Jahr 2025 wurden in der Universitätsmedizin Frankfurt zwölf Organspenden registriert, im Jahr 2024 waren es elf. Damit entfiel im vergangenen Jahr rund jede zehnte der insgesamt 119 in der DSO-Region Mitte gemeldeten Organspenden auf die Universitätsmedizin Frankfurt – ein bemerkenswerter Anteil für ein einzelnes Klinikum in einer Region mit rund 180 Entnahmekrankenhäusern.
Mit Blick auf die Zahl der Organspenderinnen und -spender lag die Klinik in den Jahren 2024 und 2025 an der Spitze aller Universitätskliniken der DSO-Region Mitte – und bundesweit, gemessen an der Anzahl der Intensivbetten, auf dem zweiten Platz.
Hessische Landesregierung dankt der Universitätsmedizin für ihr Engagement
„In der Universitätsmedizin Frankfurt setzen sich die Transplantationsbeauftragten gemeinsam mit Ärztinnen, Ärzten, Pflegefachpersonen und unterstützt durch den Vorstand mit großem Engagement für die Organspende ein. Dafür bedanke ich mich im Namen der Hessischen Landesregierung“, so Prof. Dr. Christian Raible, Staatssekretär im Hessischen Gesundheitsministerium. „Das ist vorbildlich und ein wichtiges Signal an die Öffentlichkeit und in die DSO-Region Mitte.“
Raible führte weiter aus: „Ich möchte diese Auszeichnung mit einem Appell verbinden. Treffen Sie zu Lebzeiten eine bewusste Entscheidung zur Organspende, sprechen Sie mit Ihrer Familie darüber und dokumentieren Sie Ihre Entscheidung im Organspendeausweis oder im Register. Damit entlasten Sie zugleich Ihre Angehörigen, die andernfalls in einer ohnehin schweren Stunde stellvertretend für Sie entscheiden müssten. Auch die Widerspruchsregelung könnte uns hier helfen, weil sie alle dazu bewegen würde, sich mit dieser Frage einmal bewusst auseinanderzusetzen. Denn jede Entscheidung für die Organspende kann einem schwer kranken Menschen das Leben retten.“

Festvortrag: Organspende zwischen Freiheit und Solidarität

Den Festvortrag der Veranstaltung hielt Prof. Dr. Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie sowie Direktor des Forschungszentrums Normative Ordnungen der Goethe Universität. Forst wurde unter anderem mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft geehrt und gilt als einer der einflussreichsten politischen Philosophen der Gegenwart in Deutschland. Er ordnete das Thema in einen größeren normativen und gesellschaftspolitischen Kontext ein: „Ich gratuliere der Universitätsmedizin Frankfurt und ihren Verantwortlichen herzlich zu dieser Auszeichnung. Das Thema der Organspende berührt den Kern des Verhältnisses von individueller Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung bzw. Solidarität. Es ist an der Zeit, dieses Verhältnis neu zu bestimmen.“

DSO: Ehrung als Vorbild für andere Kliniken

Die Geschäftsführende Ärztin der DSO-Region Mitte, PD Dr. Ana Paula Barreiros, dankte den Transplantationsbeauftragten und allen beteiligten Mitarbeitenden für ihren vorbildlichen Einsatz. „Die heutige Ehrung soll allen Kliniken in unserer Region als Ansporn dienen“, betonte sie. „Das Beispiel Frankfurt zeigt: Es ist möglich, die Abläufe im Fall einer Organspende so selbstverständlich in den Klinikalltag zu integrieren, dass keine Möglichkeit übersehen wird. Genau darin liegt der Schlüssel, um den Menschen auf der Warteliste neue Hoffnung auf eine Transplantation zu geben.“
Im Jahr 2025 gab es 119 Organspenderinnen und -spender in der DSO-Region Mitte. Sie verteilen sich auf 63 Spenderinnen und Spender in Hessen, 39 in Rheinland-Pfalz und 17 im Saarland. 362 postmortal entnommene Organe konnten für die Transplantation vermittelt werden. Zum Jahresende 2025 standen mehr als 1.000 Menschen aus der Region auf der Warteliste für eine Transplantation. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 66 Organspenden in der Region DSO-Mitte gezählt.

Gute Rahmenbedingungen für die Organspende

„Gemeinsam mit den Transplantationsbeauftragten unseres Hauses haben wir die Rahmenbedingungen für Organspenden stetig weiterentwickelt. Dazu gehört unter anderem das Konzept, auf jeder Intensivstation zwei geschulte ärztliche Transplantationsbeauftragte einzusetzen“, erklärte Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Frankfurt. „Über die heutige Auszeichnung freuen wir uns sehr – sie gilt insbesondere allen Mitarbeitenden, die zu diesem beeindruckenden Ergebnis beigetragen haben.“
„Unsere Aufgabe ist es, mögliche Organspenderinnen und -spender zuverlässig zu identifizieren und den Prozess der Organspende gemeinsam mit den Koordinatorinnen und Koordinatoren der DSO sorgfältig umzusetzen“, ergänzte PD Dr. Florian Raimann, Haupttransplantationsbeauftragter an der Universitätsmedizin Frankfurt. PD Dr. Tamás Benkö, Leiter des Schwerpunkts Transplantationschirurgie, ergänzt: „Dass uns das an der Universitätsmedizin Frankfurt so gut gelingt, verdanken wir dem Einsatz vieler motivierter Kolleginnen und Kollegen.“

Organspendeprozess an der Universitätsmedizin Frankfurt

Im Fall einer möglichen Organspende nehmen die Mitarbeitenden auf den Intensivstationen frühzeitig Kontakt mit den Koordinatorinnen und Koordinatoren der DSO auf, um Fragen zur Spendereignung zu klären. Die Universitätsmedizin Frankfurt hat einen festen internen Ablaufplan mit eindeutigen Zuständigkeiten für den Prozess einer Organspende definiert. Jede Intensivstation ist doppelt mit geschulten Transplantationsbeauftragten besetzt, die jeden Organspendeprozess begleiten. Für die Mitarbeitenden auf den Intensivstationen finden regelmäßige Fortbildungen statt. Monatlich werden zudem rückwirkend alle Fälle von Verstorbenen mit primärer oder sekundärer Hirnschädigung analysiert, um die Qualität der Spendererkennung weiter zu optimieren.

DIATRA-Einordnung

An der Universitätsmedizin Frankfurt wurden 2025 zwölf der insgesamt 119 Organspendefälle in der DSO-Region Mitte realisiert – gut zehn Prozent. Entscheidend ist die Struktur dahinter: zwei ärztliche Transplantationsbeauftragte auf jeder Intensivstation, die frühzeitige Einbindung der DSO und monatliche retrospektive Fallanalysen. Die Spenderzahl allein ist jedoch kein Qualitätsmaßstab; maßgeblich sind verlässliche Verfahren zur Erkennung und Begleitung möglicher Organspenden.