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Organspende

Irak: Vergiftetes Wasser, verkaufte Nieren

DIATRA-Redaktion

26. Aug. 2026 · 2 Min. Lesezeit

Hussein sucht auf Facebook einen Käufer für seine Niere. Um Yousef hat ihre bereits verkauft und ist heute selbst krank. Eine ARTE-Dokumentation über Nierenerkrankungen, Armut und Organhandel im Irak.
Hussein braucht Geld, denn er möchte heiraten und eine Familie gründen. Doch zuvor braucht er eine feste Arbeit. Für eine Stelle in einer Behörde, so erzählt er im Film, müsse er Bestechungsgeld zahlen. Deshalb bietet er seine Niere an.
Die Dokumentation begleitet ihn bei der Suche nach einem Käufer. In einem Telefonat wird ihm zugesagt, Fahrt, Essen und Unterkunft bis zur Operation zu bezahlen. Husseins Gesprächspartner will sich außerdem um die erforderlichen Genehmigungen kümmern.
Um Yousef hat ihre Niere bereits vor zwei Jahren verkauft. Mit dem Geld wollte die alleinerziehende Mutter die Behandlung ihres autistischen Sohnes bezahlen. Doch nach der Operation wurde sie selbst krank.
Der Film beschäftigt sich auch mit der Wasserkrise im Irak. Das Land ist bei seiner Wasserversorgung fast vollständig auf Euphrat und Tigris angewiesen. Ein Bericht der Vereinten Nationen geht davon aus, dass der Zufluss beider Flüsse bis 2030 gegenüber den 1980er-Jahren um die Hälfte zurückgehen könnte.
2018 mussten in Basra mindestens 118.000 Menschen wegen Beschwerden behandelt werden, die mit der schlechten Wasserqualität zusammenhingen. Als mögliche Ursachen gelten unter anderem Abwasser, Industrie- und Agrarschadstoffe sowie der hohe Salzgehalt. Eine eindeutige Ursache wurde damals nicht ermittelt.
In der Dokumentation berichtet ein Dialysepatient, dass für eine Niere 40 bis 60 Millionen irakische Dinar verlangt würden. Ein Mitarbeiter einer staatlichen Klinik erzählt, dass dort immer wieder junge Menschen auftauchten, die ihre Niere verkaufen wollten.

Sendedaten

Irak: Vergiftetes Wasser, verkaufte Nieren
Dokumentation, Italien 2025
Regie: Mario Poeta und Nancy Porsia
Länge: 53 Minuten
TV-Ausstrahlung: Dienstag, 8. September 2026, 22.30 Uhr auf ARTE
In der ARTE-Mediathek verfügbar bis 29. September 2030