Die Organspendezahlen in Deutschland zeigen im Jahr 2025 eine leichte Verbesserung, doch die große Trendwende bleibt aus. Das teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zum Auftakt ihres 21. Jahreskongresses in Würzburg mit. Bei der Veranstaltung stehen deshalb vor allem Prozessoptimierung und strukturierte Unterstützung der Entnahmekrankenhäuser im Mittelpunkt.
Aktuelle Zahlen (Januar–Oktober 2025)
Laut Eurotransplant wurden im Zeitraum 1. Januar bis 31. Oktober 2025 in Deutschland 794 postmortale Organspender:innen registriert (2024: 758).
Die Gesamtzahl der gespendeten Organe lag bei 1.921 (2024: 1.820).
Bei den tatsächlich transplantierten Organen wurden 2.763 registriert (2024: 2.615).
Auf der Warteliste für Spenderorgane befanden sich Ende Oktober 2025 noch 8.091 Menschen (2024: 8.267).

Postmortale Organspender:innen & gespendete Organe (Januar – Oktober 2025 vs. 2024) (Datenquelle: Eurotransplant)

Postmortale Organspender:innen & Organspenden: Deutschland pro Monat (2025 vs. 2024) (Datenquelle: Eurotransplant)
Alle weiteren aktuellen Zahlen gibt es hier.
Leichter Aufwind – aber weiterhin hoher Bedarf
Die Zahlen zeigen eine positive, wenn auch moderat ausgeprägte Entwicklung: Mehr Postmortale Spender:innen, mehr gespendete Organe und mehr Transplantationen – gleichzeitig bleibt die Warteliste nahezu unverändert hoch. Der Medizinische Vorstand der DSO, Dr. Axel Rahmel, bewertete diese Entwicklung als „für die Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten erfreulich“, fügte aber hinzu, dass daraus „keine fundamentale Wende bei der Organspende abzuleiten ist“.
Prozesse stärken, Bewusstsein fördern
Eine der zentralen Herausforderungen bleibt die Umsetzung: Zwar wächst das Spenden- und Transplantationsgeschehen leicht, jedoch liegt die Anzahl wartender Menschen weiterhin auf hohem Niveau. Zugleich bestehen regionale Unterschiede bei der Spendenbereitschaft und -realisation. Zur Unterstützung stellte die DSO unter anderem die App „DSO-LeitfadenPLUS“ vor, die Kliniken schnellen Zugriff auf Informationen, Kontakte und Formulare bietet. Zudem ist ab Januar 2026 die Einführung der Maschinenperfusion für Nieren geplant – ein Verfahren, das die Qualität von Organen verbessern soll.
Politische Rahmenbedingungen nicht vernachlässigen
Auch die strukturellen Bedingungen stehen auf dem Prüfstand: Der Vorsitzende des DSO-Stiftungsrats, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, warnte davor, dass die laufende Krankenhausreform eine Gefahr für die Organspende darstellen könne – insbesondere, wenn wichtige Krankenhäuser aus der Versorgung ausscheiden.
Fazit
Mit Blick auf die Monate Januar bis Oktober 2025 lässt sich feststellen: Die Entwicklung geht in die richtige Richtung, aber der Unterschied ist noch moderat. Mehr Spender:innen, mehr Organe, mehr Transplantationen – aber auch weiterhin viele wartende Menschen und strukturelle Hürden. Damit die Zahlen künftig deutlicher steigen, bedarf es sowohl technischer wie organisatorischer Verbesserungen als auch einer Stärkung der gesellschaftlichen Spendenbereitschaft.