Eurotransplant veröffentlicht fortlaufend aktuelle Statistiken. Der DIATRA-Verlag bereitet diese Daten verständlich für die Öffentlichkeit auf und ergänzt sie mit den erfassten Jahreswerten seit 2010. (Bitte beachten: Alle Angaben sind vorläufig, da Nachmeldungen durch Transplantationskliniken möglich sind.)
Eurotransplant (ET) (www.eurotransplant.org) ist die Vermittlungsstelle für Organspenden in acht Ländern: Belgien, Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn. Alle Transplantationszentren, Typisierungslabore und entnehmenden Kliniken dieser Länder sind Teil des Verbundes.
(Zahlen in Klammern beziehen sich auf denselben Zeitraum im Vorjahr 2025.)
Kurze Zusammenfassung
Im Eurotransplant-Verbund zeigen die Zahlen der postmortalen Organspende von Januar bis Juli 2026 leicht nach oben. 1.314 postmortale Organspender:innen wurden registriert, nach 1.298 im Vorjahreszeitraum. Das sind 16 mehr beziehungsweise ein Plus von 1,2 Prozent – eine Verbesserung, aber noch weit von einer Trendwende entfernt. Deutschland legte deutlicher von 546 auf 585 Spender:innen zu, Österreich von 114 auf 117.
Auch die Zahl der Multiorganspender:innen stieg von 922 auf 962. Ihr Anteil erhöhte sich im gesamten Verbund von 71,0 auf 73,2 Prozent. Deutschland kommt auf 80,0 Prozent, Österreich auf 75,2 Prozent. Das verbessert die Ausbeute, löst aber nicht das Grundproblem zu geringer Spender:innenzahlen.
Bei den postmortal gespendeten Organen ging es verbundweit von 2.942 auf 3.009 nach oben. Deutschland kam auf 1.460 Organe nach 1.318 im Vorjahr – ein kräftiger Zuwachs von 10,8 Prozent. Österreich stieg von 266 auf 279. Bei den tatsächlich genutzten postmortalen Organen wurden verbundweit 4.337 gezählt, nach 4.233. Deutschland erreichte 2.093 nach 1.887, Österreich 402 nach 388.
Die offizielle Warteliste wurde zwar etwas kürzer, bleibt aber erschreckend lang. Ende Juli warteten im Eurotransplant-Verbund 13.337 Menschen auf ein Spenderorgan. In Deutschland sank die Zahl von 8.108 auf 7.845, in Österreich von 783 auf 698. Der tatsächliche Bedarf ist jedoch erheblich größer: Rund 100.000 Menschen werden in Deutschland mit einer Dialyse behandelt, nur etwa 6.500 stehen auf der Warteliste für eine Niere. Fachleute halten dagegen rund 30.000 Dialysepatient:innen grundsätzlich für transplantierbar. Viele werden gar nicht erst gelistet oder verlieren während der langen Wartezeit ihre Transplantationsfähigkeit. Darauf hat DIATRA beim Netzwerktreffen vom 16. Juli 2026 hingewiesen.
Für Deutschland zeigen die Zahlen klar nach oben: plus 7,1 Prozent bei den Spender:innen und jeweils knapp 11 Prozent mehr gespendete und genutzte Organe. Trotzdem stellt Deutschland nur 44,5 Prozent der Spender:innen im Verbund, aber 58,8 Prozent der offiziell wartenden Menschen. Fortschritt ja, Entwarnung noch lange nicht.
Postmortale Organspender:innen & gespendete Organe (Juli 2026 vs. 2025)
Transplantationen: Genutzte postmortale Organe (Juli 2026 vs. 2025)
Warteliste für Spenderorgane: Gesamtstand (31. Juli 2026 vs. 2025)
Postmortale Organspender:innen & Organspenden: Deutschland pro Monat (2026 vs. 2025)
Postmortale Organspender:innen & Organspenden: Deutschland 2010–2026 (Januar-Juli)