Eurotransplant veröffentlicht fortlaufend aktuelle Statistiken, in denen die kumulierten Zahlen des laufenden Jahres mit dem Vorjahreszeitraum verglichen werden. Der DIATRA-Verlag bereitet diese Daten verständlich für die Öffentlichkeit auf und ergänzt sie mit den erfassten Jahreswerten seit 2010. (Bitte beachten: Alle Angaben sind vorläufig, da Nachmeldungen durch Transplantationskliniken möglich sind.)
Eurotransplant (ET) (www.eurotransplant.org) ist die Vermittlungsstelle für Organspenden in acht Ländern: Belgien, Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn. Alle Transplantationszentren, Typisierungslabore und entnehmenden Kliniken dieser Länder sind Teil des Verbundes.
(Zahlen in Klammern beziehen sich auf denselben Zeitraum im Vorjahr 2025.)
Kurze Zusammenfassung
Die Entwicklung der postmortalen Organspende im Eurotransplant-Verbund bleibt auch nach den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 leicht positiv. Von Januar bis Mai wurden insgesamt 959 postmortale Organspender:innen registriert, nach 937 im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Deutschland verzeichnete 436 postmortale Organspender:innen nach 405, Österreich 87 postmortale Organspender:innen nach 74. Zuwächse gab es zudem in Kroatien, Luxemburg und den Niederlanden. Rückgänge zeigen sich dagegen in Belgien, Slowenien und Ungarn.
Auch bei den Multiorganspender:innen liegt der Eurotransplant-Verbund über dem Vorjahresniveau. Insgesamt wurden 687 Multiorganspender:innen gezählt, nach 657 im Jahr 2025. Der Anteil an allen postmortalen Organspender:innen stieg damit von 70,1 auf 71,6 Prozent. Deutschland liegt mit 79,4 Prozent weiterhin deutlich über dem Verbunddurchschnitt und ebenfalls über dem Vorjahreswert von 77,0 Prozent. Österreich kommt auf 72,4 Prozent und liegt damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.
Die Zahl der postmortal gespendeten Organe ist ebenfalls gestiegen. Im Eurotransplant-Verbund wurden bis Ende Mai 2.174 postmortale Organe erfasst, gegenüber 2.097 im Vorjahr. Deutschland trug dazu 1.084 Organe bei, nach 961 im Vergleichszeitraum 2025. In Österreich stieg die Zahl von 171 auf 201. Bei den für Transplantationen genutzten postmortalen Organen weist die Übersicht 3.136 Organe im gesamten Verbund aus, nach 3.017 im Vorjahreszeitraum. Deutschland kommt hier auf 1.553, Österreich auf 292 genutzte Organe.
Die Warteliste bleibt trotz leichter Entlastung auf einem sehr hohen Stand. Zum 31. Mai 2026 warteten im Eurotransplant-Verbund 13.403 Menschen auf ein Spenderorgan, nach 13.513 im Vorjahr. In Deutschland sank die Zahl von 8.081 auf 7.927, in Österreich von 792 auf 675. Der Rückgang ändert jedoch nichts am grundsätzlichen Bild: Der Bedarf an Spenderorganen bleibt groß.
Für Deutschland setzt sich der positive Verlauf des Jahres damit fort. Sowohl die Zahl der postmortalen Organspender:innen als auch die Zahl der gespendeten Organe liegen klar über dem Vorjahresniveau. Im längerfristigen Vergleich der Monate Januar bis Mai erreicht Deutschland 2026 mit 436 postmortalen Organspender:innen und 1.553 gespendeten Organen die höchsten Werte seit vielen Jahren. Das ist ein ermutigendes Signal – und zugleich ein Hinweis darauf, wie wichtig es bleibt, die Entscheidung zur Organ- und Gewebespende sichtbar zu machen und festzuhalten.
Postmortale Organspender:innen & gespendete Organe (Mai 2026 vs. 2025)
Transplantationen: Genutzte postmortale Organe (Mai 2026 vs. 2025)
Warteliste für Spenderorgane: Gesamtstand (31. Mai 2026 vs. 2025)
Postmortale Organspender:innen & Organspenden: Deutschland pro Monat (2026 vs. 2025)
Postmortale Organspender:innen & Organspenden: Deutschland 2010–2026 (Mai)